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Ist es mit dem Loslassen nicht ein bisschen wie beim Bogenschießen?

Der Pfeil wird unter ungeheurem Kraftaufwand in den Bogen gespannt. Alles steht unter dem höchsten Druck und der Schütze spürt, wie sich die Sehne langsam in seine Finger gräbt. Lässt er jetzt nicht los, verursacht das Festhalten blutige Wunden, der Arm beginnt zu zittern und das eigentliche Ziel bleibt unerreicht. Der Pfeil ist immer noch derselbe und auch das Ziel verändert sich nicht. Aber ohne die aktive Entscheidung, los zu lassen, wird der Pfeil nicht fliegen und die eigentliche Vorhaben wird scheitern.   

Lasse ich Sorgen, Ängste, Vergangenheit und Zukunft, Menschen, Liebe oder Schmerz nicht los, so werde ich an der Last zerbrechen oder das „Objekt“, das ich gewaltsam festhalte, wird zu Bruch gehen. Lasse ich nicht rechtzeitig los, werde ich das Ziel niemals erreichen und zusätzlich Schaden nehmen und verursachen. Loslassen erfordert viel Mut, aber hat man diesen für einen Bruchteil einer Sekunde, so geht der Rest von allein. Ich habe eine Chance, dass der Pfeil das Ziel trifft. Vielleicht fliegt er nicht direkt ins Schwarze, aber er hat einen Weg zurück gelegt und ist angekommen. Andernfalls, hätte er sich auf gar keine Reise begeben können.